Hallo, hola, bienvenue und herzlich Willkommen zum Sew-Along für das Kleid Paris. Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen aufgeregt. Das ist mein erster Sew-Along und dann auch gleich mit so vielen Videos. Es wird spannend und ich freue mich wirklich riesig, dass du dabei bist und mit mir gemeinsam in den nächsten zwei Wochen ein Kleid bzw. eine Bluse Paris nähst.

In diesem Beitrag wird es um die richtige Material- und Stoff-Auswahl gehen. Das heutige Video findest du am Ende dieses Beitrags. In dem Video fasse ich kurz zusammen welches Material du für das Nähen vom Kleid Paris benötigst und ich zeige dir verschiedene Stoffe, die sich dafür eignen würden.

Kurz vorweg, in disem Blogbeiträgen findest du nochmal zusätzliche Tipps und Hilfestellungen zur richtigen Stoffauswahl. Wir gehen also noch tiefer in das Thema Stoffbezeichnungen und was man beim Stoffkauf unbedingt beachten sollte. Und ich würde sagen, wir legen direkt los.

In meiner Näh-Anleitung auf Seite 4 findest du die komplette Material-Liste, weshalb ich hier nicht nochmal auf jeden einzelnen Punkt eingehe. Viel mehr möchte ich das Thema zur richtigen Stoffauswahl nochmal genauer beleuchten, weil ich weiß, dass es vor allem Näh-Anfängern schwer fällt die richtige Stoff-Auswahl für ihre Nähprojekte zu treffen.

Und damit kommen wir auch schon zum ersten und wichtigsten Punkt:

1. Baumwolle, Viskose oder Polyester sind KEINE Stoffbezeichnung

Jetzt fragst du dich vielleicht warum ich das so ausdrücklich sage oder was ich damit eigentlich genau meine. Baumwolle, Viskose oder Polyester sind Rohstoffe, sie bezeichnen also woraus die Faser des Stoffes besteht. Der Rohstoff kann rein, also zu 100% verarbeitet werden, oder in Mischform mit anderen Rohstoffen.

Baumwolle, Viskose oder Polyester geben keine Info über die Beschaffenheit deines Stoffes

Allein mit der Bezeichnung Baumwolle wirst du niemals genau den Stoff finden können, den du dir vorgestellt hast. Es bedarf somit einer genaueren Beschreibung bzw. Handelsbezeichnung. Ich weiß, das klingt erstmal kompliziert. Ist es aber gar nicht, wenn man einmal den Unterschied zwischen Rohstoff und Handelsbezeichnung verstanden hat.

Rohstoffe sind also z.B. Baumwolle, Viskose, Polyester, Leinen, Tencel, Polyamid, Elastan und viele mehr. Die Liste an Rohstoffen ist wirklich lang. Kommen wir nun aber zu den Handelsbezeichnungen. Die Handelsbezeichnung sagt weitaus mehr über die Beschaffenheit und die Eigenschaft eines Stoffes aus. Auch diese Liste ist nahezu endlos, weshalb ich nur mal die bekanntesten aufzähle: (Single) Jersey, Chiffon, Satin, Samt, Cord, Musselin usw. Vielleicht merkst du jetzt worauf ich hinaus will.

Die Handelsbezeichnung ist elementar, um sich ein genaues Bild von der Beschaffenheit eines Stoffes machen zu können

Nun ist es natürlich so, dass oftmals der Rohstoff zusammen mit der Handelsbezeichnung genannt wird, wie z.B. Baumwoll-Jersey, Seiden-Chiffon usw. Somit geht aus dieser Bezeichnung bereits hervor, aus welchem Rohstoff der Stoff besteht und wie er hergestellt wurde, z.B. gewebt oder gestrickt. Ich könnte wirklich ewig über dieses Thema sprechen, aber das würde jetzt zu weit führen. Kommen wir nochmal zurück zu Baumwolle. Wenn du in ein Stoffgeschäft gehst und sagst du möchtest Baumwolle kaufen, wird dich die/der Verkäufer/in bestimmt als erstes fragen „Was denn für Baumwolle?“. Denn Baumwolle kann bei der Stoffherstellung sowohl gestrickt, als auch gewebt werden. Das heißt, es gibt dehnbare Stoffe aus Baumwolle, wie z.B. den berühmten Baumwoll-Jersey aber auch gewebte Stoffe, wie zum Beispiel Musselin oder Chambray.

Es kann passieren, dass du mal keine genaue Handelsbezeichnung findest, aber dann wird zumindest etwas wie „gewebte Viskose“ dabei stehen. Damit weißt du dann schon mal, dass es sich dabei nicht um einen dehnbaren Stoff handelt. Zusätzlich wirst du bei jedem Stoff auch eine Angabe zu den Rohstoffen finden, das ist nämlich gesetzlich vorgeschrieben. Wie bereits erwähnt können diese in Reinform verarbeitet, oder mit anderen Rohstoffen gemischt werden. Auch hier ergeben sich wieder unzählige Kombinationsmöglichkeiten, wie 97% Baumwolle 3% Elastan oder 85% Tencel 15% Leinen, wie in meinem Beispiel im heutigen Video.

Okay, jetzt sind wir schon ziemlich tief das Thema Stoffe und ihre Beschaffenheit bzw. Bezeichnung eingetaucht. Aber es geht noch weiter.

2. Achte immer auf die Grammatur deines Stoffes

Gramma was? Gammatur ist die Gewichtsangabe bei Stoffen. Also wie viel Gramm wiegt ein m2 von diesem Stoff. Diese Angabe findest du so gut wie immer in Stoff-Onlineshops, weil sie sehr viel Aufschluss darüber gibt, wie leicht/schwer bzw. dick/dünn ein Stoff ist und wie er vermutlich fallen wird.
In meinem heutigen Videos zeige ich dir verschiedene Stoffe und gebe auch immer ihr Gewicht mit an. So bekommst du schon mal ein Gefühl dafür, was schwere oder leichte Webware ist und wie sie aussieht und fällt. Denn ein schöner und fließender Fall ist für das Kleid besonders wichtig.

3. Bestelle dir Stoffproben

Generell würde ich dir empfehlen Stoffe immer vor Ort im Stoffgeschäft zu kaufen, wenn du die Möglichkeit hast. Dort kannst du die Stoffe anfassen und direkt fühlen, wie schwer sie sind und wie sie fallen.

Falls du kein Stoffgeschäft in der Nähe hast oder es dort nichts passendes gibt, dann kannst du deine Stoffe auch online bestellen. Am besten behältst du dafür meine Tipps von Punk 1 und 2 im Hinterkopf. Also achte auf den Rohstoff, die Handelsbezeichnung und auf die Grammatur. Diese drei Angaben können dir schon viel Aufschluss über die Beschaffenheit des Stoffes geben. Aber manchmal reicht das leider nicht und man kann auch mal ganz schön daneben liegen.

Deshalb nutze die Möglichkeit Stoffproben zu bestellen. Das bieten mittlerweile die meisten Onlineshops für kleines Geld an. Anhand der Stoffproben kannst du den Stoff fühlen und sehen wie dick er in echt ist. Außerdem kannst du die Farbe in Realität sehen, denn sie kann oftmals von der Farbe am Bildschirm abweichen.
Mit Hilfe von Stoffproben kannst du den ein oder anderen Fehlkauf vermeiden.

4. Wasche deine Stoffe immer bevor du sie vernähst

Ja, ich weiß. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, aber trotzdem begehen viele den Fehler (meist aus Ungeduld) und waschen ihren Stoff nicht vor dem Nähen bzw. Zuschneiden. Vor allem Naturfasern wie Baumwolle, Viskose und Leinen neigen dazu nach dem ersten Waschen einzulaufen. Wenn du also verhindern möchtest, dass dein Kleidungsstück nach der ersten Wäsche zu klein gerät, weil der Stoff eingelaufen ist, wasche und bügle den Stoff am besten immer vor dem Nähen.

Zum Abschluss möchte ich dir noch ein paar meiner liebsten (kleinen) Online-Stoffhändler verlinken (unbezahlte Werbung):

Rapantinchen
Juni Design
Stoffquelle
Elsbeth und ich

Waren die Tipps hilfreich für dich, oder hast du noch Fragen? Schreib‘ es mir gern in die Kommentare.

Deine Aufgaben

  • Sieh dir das heutige Video an
  • Finde anhand meiner Tipps den richtigen Stoff für dein Kleid bzw. deine Bluse Paris
  • Wasche deinen Stoff vor und bügle ihn auch schon mal
  • befasse dich mit Rohstoffen und Handelsbezeichnungen, um dein Gefühl für Stoffe zu trainieren
  • Lege dir ggf. ein kleines Stofflexikon mit Stoffproben aus deinem Bestand an

Das heutige Video

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